TRANSFER.FESTIVAL feiert gelungene Premiere

Ob Opernsommer oder Rock am Ring: Festivals kennt man üblicherweise aus dem Bereich der Hoch- oder der Popkultur. Mit dem TRANSFER.FESTIVAL hat der Digital Hub Logistics das Format jetzt jedoch in die Welt der Wissenschaft übertragen und eine überaus gelungene Premiere gefeiert. Die Erwartungshaltung war hoch: „Gleich beim ersten Mal sind wir ausgebucht“, freute sich Hub Managerin Maria Beck in ihrer Begrüßungsrede im Anwendungszentrum des Innovationslabors Hybride Dienstleistungen in der Logistik am Fraunhofer IML in Dortmund. Rund 100 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, aus Logistik und Produktion, aber auch aus verwandten Branchen, vom Auszubildenden und Studierenden bis zum Geschäftsführer und Uni-Dozenten waren gespannt, wie eine Transferveranstaltung abläuft, die ganz auf Workshops setzt und (weitgehend) auf Vorträge verzichtet.

So wie sich Musikfans auf Festivals meist vor Ort für eine Band bzw. eine Bühne entscheiden, so konnten sich auch die Teilnehmer des TRANSFER.FESTIVALS am Morgen spontan für die verschiedenen Workshops – einen am Morgen, einen am Nachmittag – anmelden. Deren Themen speisten sich aus der Arbeit der großen Logistik-Initiativen am Standort Dortmund, die sich mit ihren Experten und ihrem Know-how am Kongress beteiligten. Dazu gehörten das Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik, das Leistungszentrum Logistik und IT, Digital in NRW, die Graduate School of Logistics,die International Data Spaces Association sowie ML2R – Das Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr.

In den Workshops erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit in die Welt digitaler Innovationen einzutauchen: Dazu gehörte das Ausprobieren von Smart Devices ebenso wie das Bauen eines IoT-Buttons mit Lötkolben und eigener Programmierung.Außerdem im Fokus: Wie können Führungskräfte das richtige Geschäftsmodell für Industrie 4.0 finden? Wie lässt sich Machine Learning umsetzen? Wie der Urlaubskoffer am besten packen – natürlich mit Blick darauf, dass digitale Assistenten dem Menschen das Packen von Paletten, Paketen und Kartons heute schon erleichtern können? Dass man mithilfe eines sogenannten „Digital Innovation Boards“ in nur 45 Minuten Gruppenarbeit kreative Ideen für eine ganz konkrete Herausforderung eines Unternehmens entwickeln kann, zeigte der Workshop „Bring your problem“. Kerstin Herdtle, Manager Digital Innovation & Technology bei META Regalbau, Mitglied im Digital Hub Logistics, freute sich über insgesamt acht Ansätze zur „Veredelung des Regals“. Für den Workshop gab´s von allen Teilnehmern ganz klar einen „Daumen hoch“.

Mehrwert: interdisziplinäre Zusammenarbeit

Viele Besucher lobten insbesondere den interdisziplinären Ansatz des TRANSFER.FESTIVALS: Üblicherweise würden Transferveranstaltungen mit jeder Menge Spezialistenwissen aufwarten. Der besondere Mehrwert des Hub-Festivals sei jedoch gewesen, dass man in den Workshops durch den Einsatz neuer Methoden in die Lage versetzt werden worden sei, Innovation selbst neu zu denken. Das habe auch eine wichtige kulturelle Komponente. Aber, keine Frage: Ohne Spezialistenwissen kam auch das TRANSFER.FESTIVAL nicht aus. Das wurde jedoch anschaulich präsentiert: Bei Führungen durch Versuchshallen und Labore konnten sich die Teilnehmer beispielsweise von der Leistungsfähigkeit von Fertigungsrobotern und Drohnen überzeugen.

Letzter Programmpunkt: eine Unterhausdebatte, ebenfalls ein interaktives Veranstaltungsformat. Moderator Maximilian Doecke hatte sich zum Ziel gesetzt, jeden Teilnehmer aktiv in die Debatte zum Thema „Wie verändert Digitalisierung die Arbeitswelt?“ einzubinden – auch wenn so manchem nach Gruppenarbeit, Führungen und vielen Gesprächen da schon der Kopf rauchte. Mit seiner sympathischen und wertschätzenden Interviewführung gelang es dem Wissenschaftsjournalisten trotzdem, die Teilnehmer noch einmal zu Akteuren zu machen: Mit ihren Erfahrungen, Einschätzungen und Meinungen gestalteten sie die Debatte aktiv – auch wenn, oder gerade weil, nicht jeder mit den vorbereiteten, plakativ formulierten Thesen warm wurde.

Nach Beendigung der Unterhausdebatte kam dann noch einmal so richtig Festival-Atmosphäre auf: Der Digital Hub Logistics hatte zwei Food Trucks aufgefahren, um die sich die Teilnehmer schnell scharten, sowie Live-Musik, die den restlichen Abend untermalte.